Neubau Parkpalette und Gebäude für den technischen Gebäudedienst

Lüneburg

2010 - 2011

in Zusammenarbeit mit fm_arch, Deutsch-Evern

Auftraggeber: Leuphana Universität Lüneburg

Die Leuphana Universität Lüneburg befindet sich in einem deutschlandweit wie international beachteten Prozess der tiefgreifenden inhaltlichen und organisatorischen Neuausrichtung einer öffentlichen Universität, in deren Kern die Schaffung eines innovativen Studienmodells an einem zentralen Standort steht. Die im Jahre 1946 als Pädagogische Hochschule gegründete Universität liegt als Campusuniversität nach einem Konversionsprojekt seit Anfang der 90er Jahre auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Scharnhorststraße in Lüneburg sowie an zwei weiteren Standorten innerhalb der Stadtgrenzen.
Die derzeit laufende Nachverdichtung des Campus der Leuphana Universität Lüneburg durch den bevorstehenden Neubau eines Zentralgebäudes, entworfen von Prof. Daniel Libeskind, erfordert eine Neuordnung der Nutzflächen für Werk- und Lagerstätten des Technischen Gebäudedienstes sowie für eine studentisch organisierte Fahrradselbsthilfewerkstatt, wofür Mittel aus dem Konjunkturpaket II des Deutschen Bundestages zur Verfügung gestellt wurden. Als Standort ist ein ehemaliger Parkplatz an der Scharnhorststraße im Rücken der Mensa vorgegeben.
In diesem Zusammenhang hat die Universität beschlossen, das Baufeld vollständig zu bearbeiten und die gemäß Bebauungsplan vorgesehenen Einstellplätze gemeinsam mit den Nutzflächen für den Technischen Gebäudedienst zu errichten.
Das gestalterische Konzept des 102m langen Gebäudes mit Streckmetallfassade versteht sich einerseits als guter Nachbar zur Wohnbebauung an der Scharnhorststraße und andererseits als selbstbewusste und attraktive Eingangssituation für den Campus. Durch die verwendeten Materialien und Oberflächen entsteht ein lebendiger und anregender Dialog zwischen dem neuen Gebäude und den bestehenden ehemaligen Kasernengebäuden auf dem Campus.
Die inhaltliche Nutzung und Gliederung des Entwurfs ordnet an der zum Campus orientierten Ecke des Gebäudes die studentisch organisierte Fahrradselbsthilfewerkstatt an. Dahinter liegen die funktionalen Werkstätten, Lager und Büros des Technischen Gebäudedienstes.
Das Parkhaus stellt möglichst viele Parkplätze auf möglichst wenig Fläche in einer einfachen und klar verständlichen Anordnung zur Verfügung. Im Sinne des Nachhaltigkeitsanspruchs, dem sich die Universität verpflichtet sieht, ist das Parkhaus mit Ladestationen für Elektromobile ausgestattet, unter dem Gebäude wird Regenwasser gesammelt, die beheizten Nutzflächen werden durch eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerück-gewinnung be- und entlüftet.
In der äußeren Gestaltung erscheint das Gesamtobjekt mit der verwendeten Streckmetallfassade gleichzeitig einheitlich und vielseitig. Die Fassade fasst das Gebäude mit seinen verschiedenen Nutzungen zu einem Baukörper zusammen. Dennoch wirkt sie in ihrer Textur abhängig vom Standpunkt des Betrachters sowie vom Sonnenstand im Tages- und Jahresverlauf transparent und abwechslungsreich.
Das Streckmetall ist weiß glänzend beschichtet und erzeugt einen bewussten Kontrast zu den umgebenden Ziegelfassaden. Es umhüllt den Baukörper attraktiv und elegant und zeigt den Charakter eines technischen Gebäudes auf dem Campus.
Die offene Fassadenstruktur ermöglicht eine natürliche Lüftung des Parkhauses, wodurch hohe Investitionen in entsprechende Lüftungsanlagen vermieden werden konnten. Die Lichtabstrahlung aus dem Parkhaus in die Wohnhäuser der Umgebung wird durch die Ausrichtung des Streckmetalls stark vermindert.